Lehre als
Destillateur/in
Man nehme Früchte, Kräuter und Alkohol und schon hat man einen guten Schnaps. So einfach ist es dann doch nicht. Als DestillateurIn arbeitest du mit hochmodernen Maschinen und kannst dich auch selber mit eigenen Rezepturen kreativ austoben.
Kurzbeschreibung
Destillateur*innen stellen aus Früchten, Kräutern und anderen Naturprodukten alkoholische Getränke, reinen Alkohol und sonstige alkoholische Auszüge und Essenzen her. Die wichtigsten Erzeugnisse sind Branntweine, Obstschnäpse, Liköre, Rum sowie Auszüge (Extrakte) aus pflanzlichen Rohstoffen. Destillateur*innen arbeiten in den Produktionshallen von Brennereien und Betrieben der Spirituosenerzeugung an Gärbottichen und Abfüllanlagen. Sie arbeiten im Team mit Berufskolleg*innen und Vorgesetzten in Produktionshallen von Betrieben der Getränkeherstellungsindustrie (insbesondere Brennereien).
Tätigkeiten
- Rohstoffe einkaufen, reinigen und zerkleinern (z. B. Obst, Zuckerrüben, Getreide)
- Hefe und Malz beimischen, den Gärprozess überwachen
- die Maische zu Alkohol verbrennen (Rohbrand)
- den Rohbrand durch weitere Brennvorgänge reinigen und konzentrieren
- Kontrollmessungen mit dem Alkoholmeter durchführen
- bei der Likörherstellung: Zucker, Geschmacks- und Aromastoffe, Kräuterauszüge, Fruchtsäfte usw. zusetzen
- Geruchs- und Geschmacksproben durchführen
- Kräuterauszüge (Essenzen) aus Kräutern, Wurzeln, Blüten, Früchten oder Rinden herstellen
- die Gerätschaften, Brennanlagen und Destilliermaschinen reinigen und warten
- Aufzeichnungen und Protokollbücher führen, Hygienebestimmungen beachten
So viel wirst du in etwa verdienen
621-850
1. Lehrjahr
laut Kollektivvertrag
828-1.100
2. Lehrjahr
laut Kollektivvertrag
1.243-1.550
3. Lehrjahr
laut Kollektivvertrag
1.650
4. Lehrjahr
laut Kollektivvertrag
Anforderungen
In jedem Beruf brauchst du ganz spezielles fachlisches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen, welche fachlichen Kompetenzen in diesem Beruf besonders wichtig sind.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
- Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
- genaues und sorgfältiges Arbeiten
- selbstständiges Arbeiten
- Einsatzfreude
- Verantwortungsbewusstsein
- Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
- Lernbereitschaft
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?
- guter Geruchssinn
- guter Geschmackssinn
- Unempfindlichkeit gegenüber Gerüchen
Sachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?
- chemisches Verständnis
- technisches Verständnis
Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?
- Kommunikationsfähigkeit
- Kund*innenorientierung
Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?
- Aufmerksamkeit
- Beurteilungsvermögen / Entscheidungsfähigkeit
- Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
- Geduld
- Sicherheitsbewusstsein
Weitere Anforderungen: Was ist sonst noch wichtig?
- Hygienebewusstsein
- Infektionsfreiheit
Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?
- systematische Arbeitsweise
Berufsschulen
Ihre aktuellen Einstellungen bei den Cookie Präferenzen erlauben es nicht, die Karte zu laden. Wenn Sie die Karte sehen wollen, bitte akzeptieren Sie die funktionellen Cookies in Ihren .
Private Berufsschule für Brau- und Getränketechnik, Destillateure am Österreichischen Getränkeinstitut
Garnisonstraße 10
3400 Klosterneuburg
FAQs
Was oder wer ist ein Ausbilder?
In deinem Lehrbetrieb gibt es eine oder mehrere Personen, die dich durch deine Lehrzeit begleiten und dir alles lehren, was es in deinem Lehrberuf zu lernen gibt. Diese Personen Mitarbeiter nennt man Ausbilder. Sie haben eine Prüfung abgelegt und geben ihr Wissen und ihr Können an dich weiter. Sie sind für dich aber auch eine wichtige Bezugsperson während deine Lehrzeit: Bei Problemen oder Fragen kannst du dich immer an sie wenden.
Was regelt der Kollektivvertrag?
Der Kollektivvertrag regelt die Rechte und Pflichten zwischen dir und deinem Arbeitgeber. Er gilt immer für die ganze Branche, also gibt es beispielweise einen Kollektivvertrag für die komplette Verkaufsbranche. Das garantiert, dass niemand, der in dieser Branche arbeitet nachteilig behandelt wird. Der Kollektivvertrag, der dann zwischen dir und deinem Arbeiter besteht beinhaltet vor allem Regelungen zum Mindestlohn, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und zur Arbeitszeit.
Soll ich zum Tag der offenen Tür gehen, wenn das ein Unternehmen anbietet?
Ja, unbedingt. Warum? Weil du die Möglichkeit erhältst einen Blick hinter die Kulissen zu werfen: Du lernst die Firma und deinen möglichen zukünftigen Lehrberuf besser kennen, kannst mit Lehrlingen und Ausbildern vor Ort sprechen und alle deine Fragen stellen usw. Wenn das Unternehmen auch Schnuppertage anbietet und du dich für eine Lehrstelle dort interessierst, melde dich gleich zum Schnuppertag an – dort erhältst du weitere, noch tiefere Einblicke ins Unternehmen und den Lehrberuf.
Nach dem Bewerbungsgespräch: Was tun, wenn sich niemand meldet?
Erkundige dich nach deinem Bewerbungsgespräch, bis wann du benachrichtigt wirst ob du die Lehrstelle bekommst. Sollte sich bis dahin niemand bei dir melden, kannst du im Unternehmen anrufen und dich höflich erkundigen.
In meinem Wunschbetrieb ist die Lehre, die ich gerne machen würde, nicht ausgeschrieben – muss ich mir jetzt etwas Anderes überlegen?
Wenn du deinen Traumberuf auf Anhieb nirgends ausgeschrieben siehst, ist das nicht unbedingt ein Grund die Zukunftspläne komplett überdenken zu müssen – du kannst dich auch bei einem Betrieb bewerben, ohne dass dieser eine Stellenanzeige geschalten hat. Das nennt man Initiativbewerbung.
Wann kann ich eine Lehre machen?
Um eine Lehre beginnen zu können, musst du neun Jahre zur Schule gegangen sein. Somit hast du die gesetzliche Schulpflicht erfüllt und kannst dich entscheiden, ob du einen Lehrberuf erlernen oder weiterhin die Schule besuchen willst.
Arbeitsbereiche
Destillateur*innen verarbeiten Zutaten, wie z. B. Früchte, Beeren oder Kräuter sowie Fruchtsäfte und Konzentrate zur Herstellung von hochwertigen Spirituosen. Je nach zu erzeugendem Produkt und Rezept wählen sie zuerst die entsprechenden Früchte und Zutaten aus und überprüfen sie auf Qualität, Geruch und Geschmack. Zutaten wie Essenzen, ätherische Öle oder Sirupe werden ebenfalls von Destillateur*innen erzeugt. Sie achten vor allem auf die Einhaltung von Hygienevorschriften. Vor und nach jedem Produktionsgang reinigen und desinfizieren sie Maschinen, Behälter, Filter und andere Gerätschaften. Die fertigen Spirituosen werden abgefüllt, eingelagert und vermarktet.
Zur Herstellung von reinem Alkohol zerkleinern Destillateur*innen die zucker- und stärkehaltigen Rohstoffe (z. B. Obst, Zuckerrüben oder Kartoffeln), füllen sie in große Gärbottiche und setzen Hefe oder Malz zu. Bei der Gärung entsteht Alkohol, der durch die Destillation von den übrigen Bestandteilen getrennt wird. Die vergärten Rohstoffe („Maische“) werden in der Brennblase der Destillier- bzw. Brennanlage bis zum Siedepunkt des Alkohols erhitzt, der in Dampfform aus der Brennblase entweicht. In einem Kühlsystem wird der Alkoholdampf wieder verflüssigt und schlägt sich als reiner Alkohol nieder (Roh- oder Raubrand). Durch weitere Brennvorgänge („Retifikation“) wird der Rohbrand gereinigt und konzentriert. Die Kunst der Arbeit der Destillateur*innen liegt darin, das richtige Mischungsverhältnis von Alkohol, Aromen und eventuell auch Zucker zu finden. Um eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten, prüfen sie die Produkte sorgfältig, indem sie Kontrollmessungen, Geruchs- und Geschmacksproben durchführen. Sie entwickeln auch neue Rezepturen, probieren sie aus und führen genaue Aufzeichnungen über die Produktionsvorgänge.
Die wichtigsten Erzeugnisse von Destillateur*innen sind Edelbranntweine, wie z. B. Weinbrand, Rum oder Obstbranntweine und -schnäpse sowie Liköre und Auszüge („Extrakte“) aus pflanzlichen Rohstoffen (z. B. Kräuterauszüge für alkoholische und nichtalkoholische Getränke, Aromastoffe für Wurstwaren, Essig oder Pasteten). Kräuterauszüge (Extrakte, Essenzen, Aromen) werden aus den Inhaltstoffen von Kräutern, Wurzeln, Blüten, Schalen, Früchten oder Rinden durch verschiedene Aufbereitungsverfahren gewonnen.
Arbeitsumfeld
Destillateur*innen arbeiten in Produktions- und Lagerhallen von Brennereien und Betrieben der Spirituosenerzeugung. Sie arbeiten im Team mit Berufskolleg*innen, Hilfskräften, Lagerarbeiter*innen und Vorgesetzten, z. B. °Chemiker*in#nen, °Fermentationstechniker*in#nen, °Produktionsleiter*in#nen. Im Versand haben sie Kontakt zu den Fahrer*innen des eigenen Betriebes oder von Transportunternehmen sowie zu den Lieferant*innen der Rohstoffe (z. B. Obstbauern/-bäuerinnen).
In kleineren Brennereien stehen sie auch in direktem Kontakt zu den Kund*innen, für die sie Beratungen, Führungen und Degustationen (=Verkostungen) durchführen.
Arbeitsmittel
Destillateur*innen verarbeiten verschiedene Rohstoffe und verwenden Hefe und Malz als Gärstoffe. Sie befüllen Gärbottiche, hantieren mit Misch- und Dosiergeräten, Filtersystemen und Abfüllanlagen sowie mit Messgeräten. Weiters verwenden sie Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Sie bedienen und steuern die Brenn- bzw. Destillieranlagen und lesen Rezepturen, die sie zum Teil auch selbst entwickeln. Für Arbeitsvorbereitungs- und Planungsaufgaben benutzen sie Computer, Laptops, spezielle Softwareprogramme sowie Formulare, Vordrucke und Tabellen.
Lehre und Matura?
Vielleicht doch etwas anderes
Bautechnische/r Assistent/in
Büro oder Baustelle? Wenn du dich nicht entscheiden kannst, welcher Arbeitsplatz dir besser gefällt, dann bist du der/die geborene Bauassistent/in.
Buchbindetechniker/in – Postpresstechnologie (Schwerpunkt Buchbinder/in)
Bücherbegeisterte aufgepasst: Wie viele Bücher stehen in deinem Regal? Wieviele davon sind Taschenbucher oder Hard Cover? Als Buchbindetechniker/in verpasst genau du jedem Buch mit dem passenden Umschlag den letzten Schliff.
Fertigungsmesstechnik – Produktionssteuerung
Die Genauigkeit liegt dir am Herzen: In Zeiten der Automatisierungen bist du in der Fertigungsmesstechnik für die Qualitätskontrolle entscheidend.
Konstrukteur/in – Stahlbautechnik
Stahl ist dein Element! Du entwirfst Baukonstruktionen für Kräne, Gerüste oder Fahrzeuge – da sind Nerven aus Stahl gefragt!
Mechatroniker/in (Modullehrberuf)
Als MechatronikerIn bist du MechanikerIn und ElektrikerIn in einer Person. Du bist somit ein vielseitig einsetzbare Allroundtalent in allen Industriebetrieben.
Textiltechnologie
TextiltechnologInnen setzen um, was DesignerInnen entwerfen. Du lernst Maschinen aller Art in Textilbetrieben zu betreuen und stellst vom Wollpullover bis zum Wohnzimmervorhang sämtliche Textilien her.